Bürgerstiftung soll stärker ins Bewusstsein der Heilbronner

Seit Juni ist Josef Klug Vorsitzender der Heilbronner Bürgerstiftung. Er will mit Vereinen, Institutionen und neuen Partnern zusammenarbeiten und mehr Menschen erreichen.

Heilbronn „Spannend, interessant und erkenntnisreich.“ So beschreibt Josef Klug seine ersten Wochen als Vorstands-vorsitzender der Heilbronner Bürgerstiftung. Unbefangen sei er in das Amt eingestiegen. Ganz unvorbereitet war er allerdings nicht, schließlich hatte er seinem Vorgänger Karl Schäuble bereits seit dem vergangenen Jahr immer wieder über die Schulter geschaut, sich mit den Abläufen vertraut gemacht und die Projekte der Stiftung kennengelernt. „Meine Zeit als Volontär war spannend“, blickt Klug auf die zurückliegenden Monate zurück. „Einfach still sein und zuhören, das war auch mal nicht schlecht.“

Kooperation zwischen Heilbronner Bürgerstiftung und anderen Organisationen möglich
Man kann sich vorstellen, dass ihm das nicht immer leicht gefallen ist, denn Josef Klug kommt gerne mit den Menschen ins Gespräch, darauf habe er auch seit seinem Amtsantritt am 1. Juni großen Wert gelegt. Vereine, Institutionen, Projektpartner – der 78-Jährige wollte möglichst viele Personen kennenlernen und gleichzeitig für die Idee der Stiftung begeistern. Bei einer Klausurtagung sei über eine Fülle an Themen gesprochen worden. Projekte wie „Spiel mich“ oder „Heilbronn zeigt Gesicht“ bezeichnet Klug als „nach wie vor sehr aktuell“. Vor allem Letzteres habe ihn begeistert. Nicht nur, weil damit alle Altersschichten angesprochen werden, sondern vor allem, weil es in Zeiten wie diesen wichtig sei, Jugendliche zu erreichen.

Ganz oben auf seiner Agenda steht auch die Sichtbarkeit der Bürgerstiftung in Heilbronn. „Wir müssen stärker in das Bewusstsein der Menschen eindringen und uns darstellen“, sagt Josef Klug. Eine Möglichkeit: die Kooperation mit anderen Organisationen. Besonders im Blick hat er dabei die „neuen“ Player wie den Standort der Technischen Universität München (TUM) oder die AIM. Sie hätten ebenfalls Interesse, stärker in Heilbronn anzukommen. Gemeinsame Veranstaltungen, bei denen beispielsweise Studierende ihre Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren und damit eine breitere Bevölkerungsschicht gewinnen können, sind erste Ideen, um Synergien zu nutzen und einen Mehrwert zu generieren.

Geld bringt keine Fans ins Frankenstadion
Auf der Liste stehen auch die Vereine in der Stadt, die genauso wie die Bürgerstiftung von Ehrenamtlichen getragen werden. „Sie haben ebenfalls ein Interesse, sich stärker darzustellen“, so der Vorsitzende. Auch der SGV Heilbronn-Freiberg wäre ein potenzieller Kandidat. Der Verein spielt ab der kommenden Saison im Frankenstadion, eine gewachsene Fan-Basis gibt es freilich noch nicht. Die brauche es aber. Und könne nicht mit Geld, sondern nur mit Seele gewonnen werden, sagt Josef Klug.

Die Ideen sollen in Zukunft mit Leben gefüllt werden. „Denn wir brauchen nicht nur Präsenz, sondern natürlich auch Spenden.“ Denn nur so lassen sich neue und bereits bestehende Projekte weiterhin umsetzen.

Käthchenhaus hat großen Symbolcharakter für die Stadt
Der neue Vorsitzende kann sich auch vorstellen, das Käthchenhaus, das die Stiftung 2020 gekauft hat und in dem sich die Geschäftsstelle befindet, für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und „einen Ort der Begegnung“ zu schaffen. „Die
Stadtgesellschaft könnte davon profitieren“, erklärt der 78-Jährige. Schließlich habe das Gebäude einen großen Symbolcharakter und bilde im Zusammenspiel mit dem Rathaus und der Kilianskirche ein prägendes Ensemble. „Das muss man einfach zeigen. Dabei soll das Haus nicht nur für Heilbronner geöffnet werden, sondern auch Besuchern offen stehen. Wenn sie etwas mitnehmen sollen, dann muss man ihnen auch Inhalt bieten.“

Generell sei er überall auf offene Ohren gestoßen, freut sich Josef Klug. Allerdings, räumt er ein, wussten auch einige Ansprechpartner bisher nichts von der Existenz der Bürgerstiftung. Dabei sei sie die Klammer in der Stadtgesellschaft und ihre Arbeit kostbarer denn je.

George, John, Paul und Ringo im Heilbronner Rathaus
Umso wichtiger sei es, die Stiftung sichtbarer zu machen – und die Zusammenarbeit mit der Stadt zu intensivieren. Das zeigt sich auch an einem ganz konkreten Vorhaben: Klug hat Oberbürgermeister Harry Mergel gefragt, ob das bei „Spiel mich“ mit Beatles-Motiven gestaltete Klavier künftig einen Platz im Rathaus finden könne, statt im Besprechungszimmer im Käthchenhaus zu stehen. Mergel habe seine Unterstützung zugesagt. Die Bürgerstiftung wolle eng mit der Stadt zusammenarbeiten, dabei aber eigenständig bleiben. „Wichtig ist es, dass die Menschen das Klavier und uns wahrnehmen.“

Von Elfi Hofmann, 19. August 2026