Elf Klaviere für die Innenstadt
Künstlerisch gestaltete Instrumente laden zum Spielen und verweilen ein
Von Julie Dent (Redaktionsmitglied Heilbronner Stimme)
Heilbronn Klaviermusik hallt durch die Straßen Heilbronns. Von „Voller Blumen“ über „Have Fun“ bis hin zur „Schönheit des Meeres“: Die elf künstlerisch gestalteten Instrumente der Aktion „Spiel mich!“ tragen ebenso kreative Namen wie sie unterschiedliche Klänge hervorbringen. Ob Anfänger oder Profi, allein oder vor Publikum, jeder ist eingeladen, sich an die Tasten zu setzen und die Innenstadt mit Musik zu erfüllen.
Die Aktion „Spiel mich! Heilbronn“ ist ein Projekt der Bürgerstiftung und wird gemeinsam mit der Stadt sowie Klavier Kern aus Flein umgesetzt. Noch bis zum 17. September haben Musikbegeisterte die Möglichkeit, die frei zugänglichen Instrumente auszuprobieren. Die Klaviere wurden von Klavier Kern, Pianotransport Heinzmann aus Stuttgart sowie den Familien Hinderer, Eberhard und Pizzutto aus Heilbronn gestiftet.
Paten kümmern sich um Klaviere
Tagsüber stehen die Instrumente der Öffentlichkeit zur Verfügung. Damit die Klaviere jedoch vor Witterungseinflüssen geschützt werden und die Nachtruhe der Anwohner gewahrt bleibt, werden sie am Abend abgeschlossen und
abgedeckt. Diese Aufgabe übernehmen ehrenamtliche Paten. Die Klaviere stehen meist vor Cafés, Bäckereien, Kirchen oder öffentlichen Einrichtungen, deren Mitarbeiter oder Betreiber häufig auch die Patenschaft übernehmen.
Koordiniert werden die Patenschaften von Silvia Peimann, einer Zeitspenderin der Heilbronner Bürgerstiftung. Sie steht in regelmäßigem Kontakt mit den Klavierpaten, ist bei Fragen oder Problemen stets die erste Ansprechpartnerin und kontrolliert die Instrumente vor Ort. Außerdem kümmert sie sich darum, dass die Informationsflyer an den Klavieren stets ausreichend vorhanden sind.
Begegnung durch Musik
Eine der Patinnen ist Regina Neidhardt. Obwohl sie selbst kein Klavier spielt, liegt ihr die Aktion besonders am Herzen. Täglich deckt sie das Klavier am Morgen auf und macht es damit für die Öffentlichkeit zugänglich. Am Abend wird das Instrument wieder verschlossen und für die Nacht geschützt.
Für Neidhart steht dabei vor allem die verbindende Kraft der Musik im Mittelpunkt. „Musik verbindet Menschen, denn sie ist eine Sprache, die jeder spricht“, sagt sie. Immer wieder erlebe sie, wie Passanten durch die Musik miteinander ins Gespräch kommen.
Besonders gerne erinnere sie sich an Momente, in denen talentierte Pianisten spontan Platz genommen hätten und sich innerhalb kurzer Zeit eine Menschentraube um das Klavier gebildet habe. Oft ließen sich andere davon inspirieren und würden sich ebenfalls trauen. „So würden kleine Konzerte mitten in der Stadt entstehen.“
„Musik verbindet Menschen, denn sie ist eine Sprache, die jeder spricht.“
Regina Neidhardt
12. August 2026