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„Bündnis gegen Sucht, Gewalt und Intoleranz“ Bürgerstiftung bittet um Spenden für Fördermaßnahmen

Prävention in den Bereichen Gewalt, Sucht und Intoleranz in Kitas und Schulen soll Kinder und Jugendliche befähigen, Konflikte konstruktiv anzugehen und zu lösen sowie Gefahren frühzeitig zu erkennen. Ein Weg dorthin führt über die kontinuierliche Förderung emotionaler und kommunikativer Kompetenzen. Seit vielen Jahren fördert die Heilbronner Bürgerstiftung Projekte und Maßnahmen, hat hierzu eine fachkompetente Lenkungsgruppe eingerichtet und ein „Bündnis gegen Sucht, Gewalt und Intoleranz“ mit nahezu allen Heilbronner Kitas und Schulen geschlossen. Seit der Aufnahme der Präventionsmaßnahmen, wozu auch Einzelförderungen an nicht schulische Einrichtungen gehören, hat die Heilbronner Bürgerstiftung rund 750.000 Euro eingebracht. Aktuell steigt die Einreichung von Projekten durch Schulen und Kitas, jedoch können nicht alle durch das Spendenaufkommen abgedeckt und damit realisiert werden.

„Durch die von der Heilbronner Bürgerstiftung geförderten Präventionsmaßnahmen profitieren Kinder und Jugendliche, die Kitas und Schulen und letztendlich dadurch auch die Bürgerschaft in Heilbronn. Gerade in den vergangenen Monaten zeigen in den Medien veröffentlichte Fälle auf, wie wichtig hier Förderung ist. Um diese Maßnahmen wie in den vergangenen Jahren weiter durchführen zu können, benötigen wir weitere Spenden. Wir hoffen darauf und bitten, dass Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen bei ihren Gedanken, zu Weihnachten Gutes zu bewirken, die Heilbronner Bürgerstiftung mit in ihre Überlegungen einbeziehen,“ spricht Karl Schäuble, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, Klartext. Und fügt hinzu: „Wir müssen davon ausgehen, dass bundesweit Kinder und Jugendliche seit den Corona-Jahren ein steigendes Suchtverhalten zeigen und dadurch auch Gewaltbereitschaft und Jugendkriminalität ansteigt“.

Schon früh hat deshalb die Heilbronner Bürgerstiftung nach ihrer Gründung im Jahr 2004 sich gemeinsam mit Fachleuten der Thematik Gewalt angenommen und erste Präventionsprojekte und -maßnahmen gefördert. Im April 2008 haben sich dann Heilbronner Schulen (Grund- und Förderschulen, Haupt- und Realschulen, Gymnasien und Berufsschulen) zu einen „Bündnis gegen Gewalt“ verpflichtet. Das Ziel: Kinder und Jugendliche sollen zur gewaltfreien Lösung von Konflikten erzogen werden. Die Bausteine des Bündnisses, die damals von der Heilbronner Bürgerstiftung finanziert wurden, waren z.B. die Angebote „Faustlos“ (für Kindergärten, Grund- und Förderschulen, Klassen 1-3), „echt stark“ (für Grund- und Förderschulen, Klassen 3-4) oder „erwachsen werden“ und „erwachsen handeln“ für die Klassen 5 bis 7 beziehungsweise 8 bis 12. Dazu kamen jugendkulturelle Präventionsprojekte und schulspezifische Projekte. 2015 nahm die Bürgerstiftung, nachdem bereits das Thema Sucht mit bearbeitet wurde, das Thema Intoleranz als eigenständigen Begriff in ihr Präventionsprogramm auf. Gleichzeitig erneuerte sie ihr Bündnis, jetzt „Bündnis gegen Sucht, Gewalt und Intoleranz“ mit den Heilbronner Schulen und Kitas. Große Unterstützung erhielten und erhalten die Schulen und Kitas in den Bereichen Sucht- und Gewaltprävention. 

„Präventionsarbeit muss früh beginnen und bedarf vieler Wiederholungen, um die Voraussetzungen zu schaffen, dass gewaltförmige Einstellungen und Verhaltensweisen gar nicht erst entstehen. Deshalb geben wir schon Kitas und Grundschulen Programme und Projekte an die Hand, damit sie altersgerecht mit den Kindern arbeiten können. Darauf aufbauend begleiten unsere Angebote die Schülerinnen und Schüler durch ihr ganzes Schulleben. Dafür arbeiten wir mit kompetenten Partnern zusammen, die bestens evaluierte Programme entwickelt haben. Ein Beispiel hierfür sind die Lions Quest Programme „erwachsen werden“, erwachsen handeln“ und „Zukunft in Vielfalt“.  Einen weiteren Schwerpunkt legen wir auf die Frage: „Wie begegne ich Gewalt?“. Unser wichtigstes Programm hierfür ist das gemeinsam mit der WingTsun-Akademie entwickelte Programm „Sisoki“ (Sicherheit und Sozialkompetenz für Kinder im Eingangsbereich Grundschule). Die Kinder lernen hier in der Praxis, sich gegen Gewalt zu wehren, ohne selbst gewalttätig zu werden. Um auch Erzieher:innen, Lehrer:innen und Schulsozialarbeiter:innen für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren und ihnen die Arbeit mit den Programmen und Projekten zu erleichtern, bieten wir jedes Jahr entsprechende Workshops für sie an. Schulen, die vom Programmkatalog der Heilbronner Bürgerstiftung abweichende Programme einsetzen, welche nachgewiesenermaßen ebenfalls im Sinne der Bürgerstiftung bzw. des Bündnisversprechens wirksam sind, werden ebenfalls finanziell unterstützt“, erläutert Angelika Biesdorf vom Vorstand der Bürgerstiftung Maßnahmen, Vorgehensweisen und Förderungen.

Schwerer war, den Bereich der Intoleranz abzudecken. Deshalb befasste sich eine Arbeitsgruppe im Herbst 2018 speziell damit. Nicht nur die beteiligten Schüler und Schülerinnen sollten sich mit den Inhalten auseinandersetzen, auch die Öffentlichkeit sollte aufgerüttelt werden. Heraus kam dabei der Aktionstag "Heilbronn zeigt Gesicht - für Menschlichkeit, Vielfalt und Toleranz", der inzwischen zweimal mit großartiger Beteiligung stattfand und mit Unterstützung der Sozialstiftung der Kreissparkasse Heilbronn auch für den 13. Juni 2024 geplant ist.

Die Bedeutung von Bündnis und Lenkungsgruppe bewertet Andreas Gebauer-Barth, Präventionsbeauftragter Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung, Regierungspräsidium Stuttgart, sowie Leiter der Lenkungsgruppe, mit den folgenden Schwerpunkten: „Die Bedeutung des Bündnisses gegen Sucht, Gewalt und Intoleranz sehe ich vor allem darin, dass neben der Erkenntnis der Wichtigkeit von Prävention in den genannten Bereichen eine innere Verpflichtung für alle Schulen ausgeht, regelmäßig durch schulisch-unterrichtliches Handeln, unsere Schülerinnen und Schüler stark zu machen für wesentliche Herausforderungen unseres Zusammenlebens. Die Zusammensetzung der Lenkungsgruppe gegen Gewalt, Sucht und Intoleranz spiegelt wesentliche Akteure im Bereich von Prävention an Schulen wider. Das gewährleistet neben dem regelmäßigen Austausch über Entwicklungen und Aktivitäten in den drei Präventions-Bereichen vor allem eine qualitativ gesicherte Vergabe der Gelder der Bürgerstiftung im Bereich der Prävention.“

Melanie Haußmann, Geschäftsführende Schulleiterin in Heilbronn, ist froh über den Einsatz der Heilbronner Bürgerstiftung: „Präventionsangebote in der Schule sind heute wichtiger denn je. Die Bürgerstiftung ist dabei eine wichtige Stütze, ohne Ihre finanzielle Unterstützung könnten viele Vorhaben nicht realisiert werden. Darüber hinaus schafft es die Bürgerstiftung mit Angeboten wie z.B. „Heilbronn zeigt Gesicht“ Präsenz und Vernetzung zu schaffen für Menschlichkeit, Vielfalt und Toleranz. Die Bürgerstiftung ist Partner, Unterstützer und Ansporn-Geber zugleich“.

 

Text der Beitrittsurkunde zum Bündnis gegen Sucht, Gewalt und Intoleranz:

"Wir verpflichten uns, in unserer Einrichtung eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, in der Konflikte gewalt- und suchtfrei sowie frei von Fremdenfeindlichkeit gelöst werden können.

Toleranz, Sucht- und Gewaltprävention sind in unseren Leitzielen verankert.

Wir fördern Aktivitäten, die Kindern und Jugendlichen Alternativen zu Sucht, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit aufzeigen und ihre Persönlichkeit stärken.

Dazu gehören unter anderem Lernprogramme, die Kinder und Jugendliche in ihrem täglichen Lebensumfeld unterstützen, und Präventionsmaßnahmen wie Erlebnispädagogik, Klassenrat und Streitschlichter."

 

Die Lenkungsgruppe „Bündnis gegen Sucht, Gewalt und Intoleranz“

Die Lenkungsgruppe koordiniert die Präventionsprogramme in den Schulen und Kindertagesstätten, evaluiert die Ergebnisse. Bei der Lenkungsgruppe liegt auch die Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen und sie wirft ein Auge auf die kontinuierliche Fortbildung der Lehrkräfte/Erzieher/-innen.

Andreas Gebauer-Barth, Präventionsbeauftragter Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung, Regierungspräsidium Stuttgart (Leiter der Gruppe)

Angelika Biesdorf, Vorständin Heilbronner Bürgerstiftung, Geschäftsführende Schulleiterin (GWRGS) i.R.

Jürgen Kurtzhals, Schulaufsichtsamt Heilbronn und Präventionsbeauftragter Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung, Regierungspräsidium Stuttgart

Stefanie Bolg, Amt 50 der Stadt Heilbronn (Familie, Jugend und Senioren) Suchtprävention und Suchtkoordination

Kai Brennecke, Leiter der Suchtberatung, Verein Suchtprävention Heilbronn e.V. 

Dr. Anna Christ-Friedrich, Netzwerk Suchthilfe

Sonja Fischer, Abteilungsleiterin Tageseinrichtungen für Kinder, Stadt Heilbronn

Alexandra Gutmann, Diakonie Heilbronn, Leiterin Mitternachtsmission

Melanie Haußmann, Geschäftsführende Schulleiterin für GS, WRS, GMS, RS und SBBZ

Peter Hawighorst, Leiter VHS Heilbronn

Simon Hirsch, AWO Heilbronn

Damaris Holzmüller, Diakonie Heilbronn, Mitternachtsmission

Antje Kerdels, Geschäftsführende Schulleiterin Gymnasien

Harald Pfeifer, Polizeidirektion Heilbronn, Abteilung Prävention

Martina Reichert, Schulleiterin (GWRS)

Tobias Schäfer, (Verein Suchtprävention Heilbronn e.V. Prävention und Beratung)

Thomas Schick, stellvertretender Vorsitzender Heilbronner Bürgerstiftung

Tobias Schumacher, Fachbereichsleiter Bildung und Gemeinschaft Awo Heilbronn

Mirjam Sperrfechter, Stadt-u. Kreisjugendring Heilbronn

Dieter Thumm, Geschäftsführender Schulleiter der Beruflichen Schulen

Markus Wenz, Ltd. Schulamtsdirektor Staatliches Schulamt Heilbronn

November 2023


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