Preis der Heilbronner Bürgerstiftung 2021 geht an „Schutznetz für misshandelte Frauen und Kinder“ sowie „Fritze-Challenge“

Die Ehrenamtlichengruppe der Mitternachtsmission mit ihrem Projekt „Schutznetz für misshandelte Frauen und Kinder“ in der allgemeinen Kategorie sowie die Fritz-Ulrich-Schule mit ihrem Projekt „Fritze-Challenge“ in der Kategorie Schule sind die Preisträger des Preises der Heilbronner Bürgerstiftung 2021. Das Thema in diesem Jahr lautete „Engagement trotzt Pandemie“. Ausgezeichnet wurden Engagement und Solidarität von Einzelpersonen und Gruppen, die sich seit Beginn der Corona-Pandemie abseits der institutionellen Einrichtungen für ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger in unterschiedlichster Weise eingesetzt und damit der Pandemie getrotzt haben. Die Preise wurden in einer Feierstunde im Deutschhof übereicht. Umrahmt wurde die Preisverleihung durch die herausragenden Darbietungen der jungen Musikerin Charlotte Bommas (Harfe), sowie der Musiker Wieland Kühl (Tuba) und Joao Weißhaupt (Klarinette) aus der Begabtenförderung der Städtischen Musikschule Heilbronn.

Die höchste Punktzahl in der Bewertung der Jury erreichte im Bereich „Allgemein“ die Ehrenamtlichengruppe der Mitternachtsmission mit dem Projekt „Schutznetz für misshandelte Frauen und Kinder“. Zu Beginn der Pandemie stieg der Bedarf nach Frauenhausplätzen, gleichzeitig galt das Abstandsgebot. Es wurde eine Gruppe Ehrenamtlicher angeworben, die das Frauen- und Kinderschutzhaus und damit viele misshandelte Frauen und Kinder durch die Pandemie trug - und weiterhin trägt. In den ersten Monaten wurde mehrfach wöchentlich eingekauft und es fanden Begleitungen statt, Renovierungen von ergänzendem Wohnraum, Ausstattung mit Möbeln und Hausrat sowie Dekoration, sowie einige Freizeitangebote, da viele Kinder nicht im Präsenzunterricht bzw. in der Kita sein konnten.

Platz zwei vergab die Jury an Stefan Skobowsky. Von März 2020 bis Jahresende hat Stefan Skobowsky auf dem YouTube-Kanal "Musik an der Kilianskirche" mehr als 150 Musikvideos eingestellt. Als Reaktion auf das Verbot von Gottesdiensten sandte Skobowsky täglich einen musikalischen Gruß aus der Kilianskirche in unterschiedlichen Besetzungen (Orgel, Instrumentalist*innen, Vokalist*innen, kleine Ensembles). Zudem führte er während der ganzen Zeit die Chorarbeit per Zoom-Meeting weiter. Auch dem Philharmonischen Chor half er beim Proben und digitalen Aufzeichnen seines Gedenkkonzerts zum 4. Dezember.

Mit Rang drei ausgezeichnet wurden die Ehrenamtlichen im Blinden- und Sehbehindertenverband Baden-Württemberg, Bezirksgruppe Heilbronn, mit ihrem „Adventskalender Hörertelefon mit sinnlichen Festfreuden“. Als Stimmungsaufheller für sehbehinderte Personen wurde über die kompletten Dezembertage täglich eine gesprochene Datei mit persönlichen Worten, Gedichten, Kurzgeschichten oder Musikbeiträgen, von Prominenten und Personen aus dem Umfeld, zum Abhören über das Telefon angeboten. Zudem wurde zu Weihnachten eine Kleinigkeit zum Lesen oder Hören, eine regionale Plätzchentüte verpackt und von Ehrenamtlichen an die Wohnungstüren gebracht.

Ausgezeichnet wurden auch die Ehrenamtlichen der Tafel Heilbronn. Die Tafel belieferte Menschen, die tafelberechtigt und nicht mehr in der Lage sind, die Tafel selbst aufzusuchen, einmal in der Woche mit Ware.

Höchste Bewertung für „Fritze-Challenge 2021“

Bei den Schulen setzte die Jury das Projekt „Fritze-Challenge 2021“ der Fritz-Ulrich-Schule auf Platz 1. Um die Schüler*innen zu motivieren, Zeit draußen zu verbringen, wurden den Schüler*innen 30 Challenges gestellt. Sie sollten die Orte, an denen die Challenges stattfanden, finden und dort die gestellten Aufgaben erfüllen. Die Schüler*innen haben ihre Ergebnisse digital dokumentiert und über verschiedene Wege (Moodle, Email, Messenger) eingereicht. Das Ganze wurde mit einer Spendenaktion kombiniert.

Ein Anerkennungspreis ging an die Silcherschule für „Post von Fredi“, eine außergewöhnlich intensive Betreuung der Schüler*innen während der Pandemie. Regelmäßig, teilweise mehrmals pro Woche bekamen die Kinder Mitmach-, Bastel- und Abenteuerangebote vom Schulmaskottchen Fredi mit Videos und Anregungen zum Download, z.B. Forscheraufgaben, Maskenbasteln, Backrezepte, Fitnessprogramm oder Pflanztipps.

Auch der Wartbergschule wurde für „Reime gegen Resignation“ eine Anerkennung zuteil. Viele und vielfältige mutmachende Aktionen während der Pandemie, "Wider den Corona-Blues" z.B. Mut tut gut (reimen, dichten, malen, …), Komplimente verteilen, Gemeinsam statt einsam, Video-Dreharbeiten, Vergiss-mein-nicht, Kunst in der Schule wurden als überdurchschnittlich bewertet.

Der dritte Anerkennungspreis in der Gruppe Schulen ging an die Heinrich-von-Kleist Realschule für „Miteinander - Füreinander in der Pandemie“. Ein bunter Strauß an Aktionen mit z.B. "gut gelaunt zuhause bleiben", Pflanzaktionen mit Anleitungen für Zuhause, ein Schneemannwettbewerb, eine Weihnachtstür-Challenge sowie eine Abschlussfeier-to-go trugen zu Abwechslung und zum Miteinander bei.

Die beiden ersten Plätze erhielten den Award der Heilbronner Bürgerstiftung sowie 2.000 Euro Preisgeld, die weiteren Ausgezeichneten als Anerkennungspreis jeweils 500 Euro. Der Preis der Heilbronner Bürgerstiftung wird in zwei Kategorien vergeben, für Projekte und Aktionen von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Heilbronn sowie für schulische Projekte und Aktionen. In jeder Kategorie gibt es einen Hauptpreis und je drei Anerkennungspreise.

Juli 2021


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